+++Uvac Nationalpark+++Dormitor(Montenegro)+++Shkodra Lake(Albanien)+++Petrovac(Montenegro)+++
... von christian...
Die Nacht an der Strasse ist verregnet. So verregnet, das wir frühs bei Zeiten die Flucht ergreifen, um nicht Gefahr zu laufen uns auf dem Feldweg festzufahren. So verregnet, dass das Wasser irgendwo hindurch bis ins Innere des Autos vordrang und auf die Matratze tropft.
Doch ich muss gleich die väterlichen Jubelschreie aus Stedten im Keim ersticken: "Ich habs doch gleich gesagt. Dachfenster- macht kein Mensch. Das wird nie dicht! Das bringt nur Ärger! Hör auf meine Worte! etc... " Es liegt nämlich nicht am Dachfenster sondern an zu viel Filz an der Heckklappe. Is also schon behoben.
Weil wir das Gefühl haben, das sich das Baby während der vielen Stunden im Kindersitz langweilt und in seiner Entwicklung zurück bleibt, werden wir jetzt mehr Campingtage einplanen. Hier soll er endlich mal dieses "Laufen" lernen.
Weiter geht es nach Montenegro (0,3 Promillegrenze für den Fahrer). Die Tara-Brücke ist ziemlich imposant. Hier können das Baby und ich endlich unsere erste Zipline-Erfahrung machen.
Gecampt wird im Durmitor Nationalpark. Der Blick auf die schneebedeckten Felsen wird nur von unserem Floddercamp zerstört. Wir nutzen die Zeit um unsere Wäsche zu waschen und nichts zu tun.
Minni-Me krabbelt über den kompletten Platz und freundet sich mit jedem Hund an. Er wird immer aktiver, so aktiv, dass er uns vielleicht im Bus umfällt. Ehrlicherweise müsste man sagen MEHRFACH im Bus umfällt. Noch ehrlicherweise müsste man sagen MEHRFACH KOPFÜBER AUS DEM Bus fällt. Das ist ein Schockmoment für uns und wir schwören uns besser aufzupassen.
Auf den Ratschlag unseres Campingnachbarn hin fahren wir für 2-3 Nächte auf die albanische Seite (Promillegrenze 0,1) des Shkodra Lakes in ein schön angelegtes Camping Resort. Hier wimmelt es von Birgits, Giselas und Haralds. Eigentlich wollen wir gleich wieder die Flucht ergreifen. Aber der Platz im Schatten mit direktem Seezugang, das Restaurant am Wasser und die gesamte Ausstattung der Anlage sind zu verlockend. Es gibt W-LAN und sogar Tretboote! Wir sind von den 100 Gästen nun wahrscheinlich die 98. Deutschen. Neben uns parken 2 Motorradfahrer aus Österreich. Total die Exoten! Mit denen reden wir nicht!
Der Rest teilt sich in zwei Lager. Rentner in Wohnmobilen, die ständig in Badeklamotten ihre sonnengegerbte Haut präsentieren und junge Eltern in VW Bussen, die ihre Elternzeit damit verbringen ihren überallhinpinkelnden Kleinkindern hinterherzujagen. Es herrschen ungeschriebene Regeln auf dem Platz.
1. Das Gelände wird während des Aufenthaltes nicht verlassen. - Schliesslich ist man hier hergefahren um sich zu erholen und nicht um sich die umliegenden schmutzigen Dörfer anzuschauen.
2. Bezahlt wird in Euro - das erschwert lästiges umrechnen und macht deutlich wie billig hier essen und trinken ist. Das führt uns zu Punkt 3.
3. Es muss ständig erwähnt werden wie billig hier alles ist.
4. Der beste Stellplatz ist direkt am Wasser. - natürlich bedeutet das aber nicht, dass man auch baden gehen muss.
5. Fährt ein neuer Camper auf den Platz muss dessen Mobil kritisch beäugt werden.
6. Es gibt nur einen Kinderstuhl im Restaurant, damit hier auch die jungen Eltern den späteren Kampf um die Liege schonmal üben können. Wir versuchen nicht weiter aufzufallen und halten uns daran. So siechen wir also ein paar Tage dahin und bleiben gefangen im ewigen Rhythmus des Schlafen-Essen-Verdauen-Schlafen...
Am Samstag verlassen wir das "Paradies". Vom Auto aus besichtigen wir noch die nächst grössere Stadt Shkoder. Aussteigen brauch man hier nicht und Nina kann im Safaristil ihrer Fotos auch durch die Windschutzscheibe machen. Es ist auch wirklich arg dreckig und die Frucht hat noch nicht alle Impfungen.
Wir fahren also zurück über die Grenze nach Montenegro. Grenzübergänge sind immer etwas Besonderes. Kein nettes "Hallo" sondern Rumgemackere von allen Seiten. Hauptsache streng gucken und wichtig tun.
Das Baby schmeckt zum ersten Mal Salzwasser.
Wir suchen uns einen Platz direkt an der Küste und werden Dank Starkregen ans Auto gezwungen. Wir kochen mal wieder vegetarischen Plov. Das ist einfach und man kann es mit einem Topf machen. Deswegen gibt es das regelmässig. So regelmässig, dass wir bestimmt bald keinen Bock mehr darauf haben werden. Für andere Rezeptvorschläge sind wir dankbar.




































