+++Golubac+++Cuprija+++Uvac Nationalpark+++
... von Nina...
Zunächst hatten wir überlegt, ob wir nun jede Woche ein Drama einbauen sollten, um euch bei Laune zu halten. So ein Reiseblog kann ja schnell langweilig werden...
Zumindest für diese Woche haben wir uns dagegen entschieden. In 2 Wochen das Auto schon 2 mal für insgesamt knapp 700€ in der Werkstatt zu haben reicht und erst mal. Alles andere kostet zu viel Geld und vor allem Nerven.
Nachdem wir stundenlang vor einem Restaurant irgendwo an der Donau standen und mehrfach damit vertröstet wurden, dass schon bald ein Mechaniker käme, kommt um 22h der Abschleppdienst aus der Ferne angereist. Er lädt Jumpy auf die Ladefläche und schleppt uns sagenhafte 4 Stunden quer durchs Inland. Bela macht, wie immer, gut mit und schläft die Zeit einfach durch.
Auf Kosten des ADAC checken wir in ein Hotel ein, dessen Betreiber der Freund des zuständigen Werkstattbesitzers ist. Ich habe mich lange nicht so geekelt wie in diesem Zimmer! Braune Flecken an der Tapete und auf dem Teppich, Haare von den vorherigen Gästen und im Bad ein dicker Schimmelpilz (mit Fell!) an der Wand. Das Hotel gehört zu einer Bar und im ganzen Haus wird geraucht, wie in Serbien fast überall in Innenräumen. Am nächsten Tag bleibt es bis nachmittags spannend. Wir wissen nicht, ob und wie unsere Reise weitergeht.
Der Werkstattbetreiber überbringt uns dann endlich die Diagnose "defekter Anlasser". Er kann ihn auswechseln und wir flüchten aus dem "Hotel" auf den nächstgelegenen Campingplatz. Was für eine Freude! Wir haben unser Schlafzimmer mit Kleiderschrank, Belas Spielzimmer und Wohnzimmer samt Bibliothek und unsere Küche auf 4 Rädern endlich zurück und können den nächsten Routenabschnitt planen.
Dieser führt uns nun Richtung Tara Nationalpark direkt an die bosnische Grenze. Unterwegs wollen wir einen Zwischenstopp zum Wildcampen einlegen. Wir suchen uns auf der Karte ein schönes Fleckchen direkt am Ufer eines Sees aus, kaufen noch Sachen zum Kochen und freuen uns auf einen entspannten Abend am Wasser. Doch es kommt anders. Unterwegs zieht ein Unwetter mit Starkregen auf. Das Wasser hätten wir damit - quasi.
Da die Straßen nun teils geflutet sind und man die Schlaglöcher gar nicht mehr erkennen kann und die Route teils zwischen steilen Bergwänden auf Schotterpisten verläuft, legen wir einen Zwischenstopp in einer recht - sagen wir- imposanten Stadt namens Uzice ein. Hier wirkt Serbien, abgesehen von ein paar Vierteln in Belgrad, das erste Mal richtig heruntergekommen, ärmlich und auch vom Krieg gezeichnet (Bombeneinschlaglöcher in den Häusern). Die Hochhäuser haben zum Teil kaputte Fenster, fast alle Häuser sind unverputzt und es wirkt insgesamt einfach dreckig und fast etwas gruselig. Der dunkle Unwetterhimmel und ein streunendes Hunderudel dazu schmücken das Bild entsprechend.
Es wird langsam dunkel und wir müssen einsehen, dass wir heute nicht mehr am Ziel ankommen werden. Und dann ist da noch das Baby. Und das hat Hunger! Die Suche nach einem geeigneten Platz für die Nacht führt uns noch durch den Wald und dieselbe Schnellstraße ein paar Mal hoch und runter, bevor wir am Ende auf einem Hotelparkplatz unseren Frieden finden. Wohlwissend, dass wir im Morgengrauen am besten gleich wieder verschwinden. Offiziell ist Wildcampen in Serbien nicht erlaubt....
Die Speisekarten, die wir uns mit der Handykamera und der Google Translator App übersetzen, halten weiterhin interessante Gerichte wie "Begrabener Käse" für uns bereit. Auch Bela bekommt zwischendurch ein Überraschungsgericht. Aber es steht "HiPP" drauf und dafür steht der Klaus ja.... Naja ihr wisst schon.
Unser Weg führt uns mehrfach durch Tunnel. Diese haben hier oft kein Licht, dafür jede Menge Schlaglöcher. Man fährt in ein tiefes schwarzes enges Nichts und hofft einfach, dass kein Gegenverkehr kommt.
Die nächsten Tage verbringen wir am Zaovine Lake. Der an sich sehr schöne See ist künstlich angelegt und dient mit mehreren riesigen Staudämmen der Energiegewinnung. Dies hat zur Folge, dass der Wasserstand extremen Schwankungen unterliegt. Zum jetzigen Zeitpunkt ist der See halb leer.
Zum Schwimmen konnten wir die Zeit daher nicht so gut nutzen.
Dafür sind wir 2x mitten in die Dreharbeiten eines serbischen Films geraten. Dafür wurde die einzige Straße um den See einfach komplett abgesperrt und man musste warten bis eine Szene abgedreht war, bevor man weiterfahren durfte. Wir durften zuschauen und die vielen Schauspieler, die wie Kriegsverletzte geschminkt waren, bestaunen.
Unser letzter Stopp für diese Woche führt uns in den Uvac Nationalpark, auf einen Stellplatz in der Nähe eines Flusses. Hier gibt es ein kleinen familiengeführten Imbiss und wir teilen uns die Fläche (kostenlos) mit 4-12 Hunden und den 3 Kindern vom Restaurant. Um es vorwegzunehmen, die Hunde sind uns lieber!
Die Kinder (4, 6 und 7) scheinen gar keine Berührungsängste mit Fremden zu haben. Anders ausgedrückt: Sie schwirrenn wie die Fliegen um uns herum und wir werden sie fast nicht mehr los. Bela, der sich über andere Kinder immer extrem freut, ergreift in diesem Fall nur noch die Flucht und versteckt sich, damit ihm nicht permanent ins Gesicht gegriffen wird. Die Tatsache, dass wir keinerlei serbisch sprechen interessiert keines der 3 Plagen. Sie reden einfach permanent weiter mit uns, lassen sich auch nicht davon abhalten uns IN DEN BUS HINEIN zu folgen.
Schade! Wir wollten uns doch so gerne eine Scheibe von den extrem kinderlieben Serben ab abschneiden. Jede Supermarktkassiererin, jeder Kellner, einfach wirklich jeder, der mit uns in Kontakt kommt, freut sich über Bela und spaßt mit ihm rum. Wir können das bei diesen 3 Kindern leider nicht zurückgeben.
Die Nacht hier hat sich dennoch gelohnt. Heute konnten wir nach einer verregneten Nacht mit Gewitter zu einer 10km Wanderung aufbrechen. 4 Hunde begleiten uns die gesamte Strecke über. Bela lässt sich - trotz Hitze und dann wieder Regen-5 Stunden in seiner Trage herumchauffieren. Die Aussicht ist phänomenal! Natürlich wären wir nicht wir, wenn wir nicht mal wieder vom Weg abgekommen wären. Wir denken uns nichts dabei, als wir über einen Drahtseilzaun steigen und über eine große schöne Wiese spazieren, bis wir an einem Haus eine wütende Bäuerin entdecken, die schreit und wild mit den Armen gestikuliert. Dann fallen uns die Kuhfladen auf der Wiese auf und die Hunde haben auch schon Fährte aufgenommen. Da die Bäuerin ihrerseits auch kläffende Hunde hinter sich hat, müssen wir mit unserem Rudel schleunigst umkehren, um ein Massaker zu verhindern... Auch dieser Adrenalinschub macht sich spätestens beim Erreichen unseres Aussichtspunkts (Vidocovac Molitva) bezahlt!
Mit einem tränenden (Hunde) und einem lachenden (Kinder) Auge verlassen wir diesen unglaublich schönen Ort.
Nun stehen wir für für Nacht irgendwo am Straßenrand.
Denn Montenegro wartet auf uns....











Haltet durch, die Landschaft macht alles wieder wett und ich drücke Euch die Daumen, das Montenegro Für Euch gaaaaanz viele wundervolle Erlebnisse bereit hält. Liebe Grüße von der Frau aus dem Hügelland 💛
AntwortenLöschenEcht toll wie ihr uns durch Euer Abenteuer mitnehmt 😊
AntwortenLöschenUnd wie entspannt Bela alles über dich ergehen lässt einfach klasse
Liebe Grüße und wir freuen uns schon auf Die nächste Episode
Hallo ihr Lieben
AntwortenLöschendie Reisebeschreibungen sind sehr interessant und lustig 😊 Da habt ihr euch allerhand vorgenommen und schon sehr viel erlebt.
Wir wünschen euch weiterhin eine tolle Zeit und eine gute Fahrt.
Die Erdeborner
Der Tunnel ist krass, was Ihr schreibt ist sehr unterhaltsam und jetzt freut Euch auf Montenegro (Kotor... Budva etc)
AntwortenLöschenEcht toll was ihr so erlebt. Man hat durch deinen Block einen super Einblick in eure Reise. Bela strahlt ja auch ziemlich viel Ruhe aus. Viel Spaß noch ihr lieben
AntwortenLöschenMein persönliches Highlight in diesem Beitrag ist die Musik, mit der ihr die Fahrt durch den Tunnel hinterlegt habt! :-D Das nächste Mal bitte mit Starlight Express (Licht am Ende des Tunnels) vertonen!
AntwortenLöschenEine gute Reise euch weiterhin, Kuss an den Belabär und
Обрати пажњу!
(Das war serbisch und heißt: Passt auf!)
Immer wenn etwas Schlimmes passiert, sollte Nina schreiben. Das fände ich gut. Der Tunnel war wirklich beängstigend.
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