Montag, 18. Juli 2022

Woche 11

 +++Toulouse+++Dune du Pilat+++La Tranches-sur-mer+++Nantes+++Cancale+++

... von christian...

Die Dune de Pilat - die höchste Wanderdüne Europas - trennt unser Camp vom Atlantik. Wie ein schlechter Scherz ragt sie vor uns in den Himmel und macht den kurzen Spaziergang zum Atlantik zu einer Tortur. Trotzdem ist es faszinierend diesen Sandklops zu besteigen und auf der anderen Seite den Atlantik zu sehen. Wir verbringen den Nachmittag am Meer und lassen uns auch von den aufsteigenden Rauchschwaden auf der Campseite nicht stören. Beim Rückweg wird klar, dass ein Waldbrand in der Nähe wütet. Sirenen tönen durch den Wald und die Löschflugzeuge drehen ihre Runden. 


 

Den besten Blick hat man von der Düne, weshalb allerhand Franzosen ihren Aperitif hier hoch verlegen und den Flugzeugen beim Löschen und dem Brand beim Brennen zuschauen. Nach Einbruch der Dunkelheit sieht man die Brandherde besonders gut. Die Leute im Camp waren entspannt. Kein Grund zur Panik - immerhin steht der Wind gut und uns trennt noch eine Strasse vom Feuer. Das wird schon gut gehen. Denken wir und legen uns schlafen.

Nachts um drei steht eine junge Frau an unserem Auto. "The fire is coming - you 'ave to leave! Now! " Nina war das zu wenig Autorität - wie dieses bauchfreie Gör da auf unserem Camp stand. Sie hätte sich wahrscheinlich einen wikingerartigen Feuerwehrmann gewünscht, der sie mit rußgeschwärzten Händen wach rüttelt. Die Betriebsamkeit im Camp spricht allerdings für sich. Die Leute packen hektisch ihre Sachen - Autos starten - der Mond ist hinter einer schwarzen Rauchwolke als feuerroter Ball zu sehen und die Polizei führt uns auf ein Messegelände in der Nähe. Der Parkplatz füllt sich umgehend. Später erfahren wir, dass bis zu 6000 Camper in dieser Nacht evakuiert wurden.  



Hinter La Rochelle - in einem kleinen Hafendorf - schlagen wir unser Lager wieder auf. Ein typisch französischer Campingplatz. Dazu gehört eine einsprachige (französische) Website, ein ebenso sprachbegabter Platzwart, ein Pool und Kinderanimation. 

 


Abends gibt es ein Riesenfeuerwerk am Strand. Es ist der 14. Juli - Französischer Nationalfeiertag. Das Baby sieht zum ersten Mal Pyrotechnik. Die Lichter findet es ganz cool - nur bei den Explosionsgeräuschen ist es skeptisch und schreit erst mal. Wenn man ihm die Ohren zuhält gehts allerdings.  

 


Im Nachbardorf werden Surfbretter verliehen. Aufgrund der Gezeiten muss man darauf achten, bei ansteigender Flut zu surfen, um immerhin ein paar Wellen zu erwischen. In der Theorie hab ichs mal wieder verstanden.  

 


Gerade sind wir in der Bretagne angekommen. Hier schwankt der Meeresspiegel aufgrund der Gezeiten um bis zu 15 Meter. Bei einem typisch französischen Minibier planen wir die nächsten Tage. 

Mal ehrlich. Das Bier ist echt ne Frechheit. Machen die das so winzig , damit man sich selbst grösser vorkommt? So ne Art Napoleonkomplex?



1 Kommentar:

  1. Ihr habt ja wirklich einiges erlebt, womit keiner so rechnet. Jetzt aber hoffentlich noch paar ruhige Tage, trotz der Hitze, die Ihr aus dem Süden mitgebracht habt.

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