+++Peruca Lake (Kroatien)+++Krka Nationalpark+++Insel Pag+++Insel Krk+++Bauernhof bei Zerovnica (Slovenien)+++
... von christian...
Woche 7 ist vorbei - Halbzeit.
Sieben Wochen lang durften wir den Balkan kennen lernen. Städte, Seen, Flüsse, Berge.
Sieben Wochen durften wir uns besser kennen lernen und dem Baby beim Wachsen zuschauen. Das ist für uns wahrscheinlich einmalig, aber auch:
Sieben Wochen lang nur wir drei. Kaum andere Leute. Kaum Zeit alleine. Das ist dann auch mal eine andere Art der Herausforderung. Doch bevor sich der Lagerkoller breit machen kann, reisen wir weiter.
So treibt es uns in den Krka-Nationalpark im Süden von Kroatien. "Langsam starten" in diesem vom Tourismus erprobten Land. Nicht gleich an die Küste, wo Menschenmassen wie auf der Perlenschnur aufgereit irgendwelchen sichtbaren oder unsichtbaren Gesetzmäßigkeiten folgen. So dachten wir.
Der Nationalpark ist wunderschön. Man läuft über Holzstege, nebenan Wasserfälle und unter dem Steg lauern Forellen auf das was aus dem Taschen der Besucher fällt. Wie so vieles auf Reisen ist es hier ganz schön, wenn nicht die anderen Besucher wären. Wir reihen uns ein, geben uns andere Namen, die nach Berlin Marzahn klingen und machen Fotos von uns, wo man eben Fotos macht. Bloß nicht auffallen. Das ist die Vorbereitung auf das, was noch kommt.
Ein paar Kilometer weiter gibt es den Roski Wasserfall. Hier ist es anders schön. Weniger Menschen und weniger Regeln. Eine Höhle berichtet über das Leben der Steinzeitmenschen. Plötzlich muss ich an einen Kumpel aus Berlin denken.
Wir machen Halt auf der Insel Pag. Diese verläuft parallel zur Küste, ist nur über eine Straße und über eine Fähre erreichbar und somit ne Alternative zur Küstenstraße auf dem Festland. Ein kleiner niedlicher Campingplatz direkt am Meer soll es sein.
Abends kommen die Mücken. Wir müssen das Baby opfern, damit sie uns einigermaßen in Ruhe lassen. Dafür bekommt es seinen eigenen Pool. Ratzfatz wärmt sich hier das Wasser auf und das Baby sorgt selbstständig dafür, dass es konstant bei 37 Grad bleibt. Wir gehen lieber ins Meer und halten uns von diesem Moloch fern. Viel zu ekelhaft, was es da veranstaltet.
Das ist der beste Schnorchelspot überhaupt und Nina möchte überhaupt nicht mehr raus aus dem Wasser. Sie ist nun Spezialistin für Seegurken.
Nach zwei entspannten Tagen zieht es uns auf die nächste Insel namens Krk. Eigentlich wollte ich hier tauchen gehen, aber die Tauchcenter sind genauso voll wie die Campingplätze.
"Deutschland muss leer sein, denn Deutschland ist hier..." murmelt sie von der Fahrerseite. Ganz im Süden ist noch was frei. Das ist kein Campingplatz, sondern ein Campingdorf. Eigentlich viel mehr eine Campingkirmes. Es ist einfach sich über die Piefigkeit einer solchen Anlage aufzuregen, ohne zu akzeptieren, dass man hier nicht Beobachter sondern Teil des Events ist.
"Du stehst nicht im Stau - du bist Stau!"
So siehts nämlich aus, und deswegen will ich mich über diesen selbst gewählten Platz gar nicht aufregen und erwähne deshalb nicht die Menschenmassen am Strand, die all ihren über mehrerer Jahre zusammengekauften Plastikschrott ans Ufer schieben, ohne den ein Meeraufenthalt fast nicht möglich wäre. Wenn ihnen noch was fehlt, warten 4 km Promenade darauf leergekauft zu werden. Ich sag auch nichts über das Bierbike, welches man sich ausleihen könnte. Und auch nicht über den Pool voller Eltern und deren Brut. Die Karaokeband ("Son of a preacher-man", "Pretty woman") war so freundlich öfter mal eine Pause einzulegen.
Ich will auch nicht ablästern über die Deutsche, deren Camp super chaotisch aussah, deren Balg die halbe Nachbarschaft unterhielt und zu deren Krönung sie am Ende noch versuchte den überteuerten Preis zu drücken, weil der versprochene aber nie benötigte Wasseranschluss nicht direkt am Platz sondern erst am Nachbarplatz auffindbar war. (Nina R.)
"Du bist Stau."
Lagerkoller. Da war er wieder.








Das so lebendig geschrieben, mit faszinierenden Landschaftsaufnahmen, wenn man sich auf manchen Fotos die vielen Leute wegdenkt. LG
AntwortenLöschenOh je, das kann ich mir so richtig bildlich vorstellen und wünsche Euch in Slowenien die Ruhe, die ihr Euch wünscht. Liebe Grüße und knuddelt mir das Baby ganz lieb, die Frau vom Hügelland
AntwortenLöschenWieder herrlich geschrieben und lädt zum schmunzeln ein.
AntwortenLöschenDer kleine Schatz, total zerstochen. Wünsche euch weiterhin eine gute Reise.
Der steinige Strand in Kroatien ist ja auch nicht gerade der Brüller. Und soviel los, obwohl die Hauptsaison erst anfängt. Wie war das denn mit den Seegurken? Viel Spaß im ruhigeren Slowenien. Grüße aus Mainz
AntwortenLöschenGute Reise noch, Nina und Baby.
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